DIE OBJEKTE

Installation in der Radstation am Hauptbahnhof Münster von Luzia-Maria Derks, Münster.

Unmittelbar vor der Sparda-Bank Filiale am Hauptbahnhof Münster liegt die Radstation, die bundesweit als Vorreiter-Projekt betrachtet wurde. Anlässlich der Eröffnung der neuen Filiale ermöglichte die Stiftung der Sparda-Bank Münster in 2008 gemeinsam mit anderen Partnern, darunter die Stadt Münster und der Betreiber der Radstation, das Projekt „Katzenaugen“ der Künstlerin Luzia-Maria Derks. Sie installierte Fahrradreflektoren, Fundstücke und Ausschussware, mit Hilfe von Spanndraht und Hochseeangelschnur über eine Fläche von 92 m² wie einen farbig-funkelnden Regenschauer in die Luft. Ihre Installation begeisterte auch Prof. Timm Ulrichs, Professor an der Kunstakademie Düsseldorf/Münster: „Es gelte, so Novalis, die Welt zu poetisieren, und ebendies tut die Künstlerin: Sie beschenkt uns, um in verwandten Bildern zu bleiben, mit einem blühenden Strauß Goldregen oder, wie im Grimmschen Märchen, mit einem wahren Schatz an Sterntalern.“

 

Luzia-Maria Derks selbst sagt zu ihrer Arbeit:

Feenarbeit nannte sie ein Besucher der Radstation – er hat recht, die Prismen, die durch das eingefangene Licht von den Reflektoren durch die Radstation kreisen, heilen. Bis in die dunkelsten Winkel verteilt sich das regenbogenfarbene Licht. Ich bin glücklich – es funktioniert. Und besser noch, es hat nichts Irritierendes. Es begeistert Menschen aller Generationen und gesellschaftlicher Schichten. Die Resonanz, schon beim Aufbau erlebt, ist durchweg positiv. Herr Hundt, der Pächter der Radstation bestätigte in seiner Rede bei der Eröffnung ein verbessertes Arbeitsklima. Besucher erfreuen sich an dem Glanz und den Farben.

 

Sternengefunkel

Eine Frau sprach von einem Glühwürmchenschwarm, den sie in der Dunkelheit von ihrer Wohnung mit Blick auf die Radstation erkennen könne. Leicht, luftig, glitzernd kreisen die kleinen Dinger im offenen Raum dieser architektonischen Besonderheit. Das Grau der Radstation bekommt durch die Heiterkeit der Orange- und Gelbtöne etwas sehr edles.

Eine durch und durch sinnliche Arbeit. Kinder, besonders kleine, wenden kaum den Blick – Reminiszenz an den letzten Lutscher, seine Zuckersüße noch im Sinn.
Besucher stellen Vergleiche an zu überfrorenen Schneeflächen, auf denen sich die Sonnenstrahlen brechen oder zum Glitzern der Meeresoberfläche im Sonnenlicht.

Passanten schauen wie verzaubert in den Glaskörper der Radstation, nehmen ihn erstmalig als Gebäude wahr und werden aufmerksam auf seine Funktion als Parkhaus für Räder. Seine Transparenz wird durch die Reflektoren hervorgehoben. Es findet eine Durchdringung von innen nach außen und umgekehrt statt. Juwelengleich funkelt das scheinbar Wertlose im Licht.