MATTGLÄNZENDE SCHÖNHEIT
Memphis-Objekt „Ginza“ der Sparda-Bank Münster restauriert
Man kann seine Siebensachen zwar funktionaler unterbringen, aber sicher nicht origineller. Beim Roboter-Regal „Ginza“ ist das Motto: Viel Schönheit, wenig Platz. Aus Holz, mit verschiedenfarbigen Kunststofflaminatfolien bezogen, und aus unterschiedlichen Formen gefertigt, ist das Roboterregal ein perfektes Beispiel für das „Memphis“-Design, einer Stilrichtung, die 1980 von Ettore Sottsass zusammen mit jungen Designern gegründet wurde. 2002 wurde Ginza von der Stiftung Kunst, Bildung und Erziehung der Sparda-Bank Münster eG angekauft. Doch die Zeit hinterließ Spuren am Roboterregal: Anlass genug, eine kleine Restaurierung an Ginza durchzuführen.
In der Restaurationswerkstatt in Rosendahl werden zunächst die Schäden am Robotermöbel begutachtet. Die Diagnose: Kleine Schadstellen am Sockel und eine abgeplatzte Beschichtung am Arm des Roboters, die schlecht wieder angeklebt wurde. Um den Charme des Objektes des japanischen Designers Masanori Umeda zu erhalten, soll so wenig wie möglich an Ginza verändert werden. Eine großflächige neue Beschichtung oder Lackierung der beschädigten Partien kam somit von vorneherein nicht in Frage. Die Lösung: Eine so genannte „museale“ Behandlung, welche die Schäden minimiert, ohne die Originalsubstanz anzugreifen.
Pressen, kitten, retuschieren: So sanft wie möglich werden die geplanten Maßnahmen durchgeführt. Die gestauchten Partien am Sockel werden gepresst und mit Kreidekitt geleimt. Anschließend retuschiert Kaseinfarbe die farblichen Unterschiede, auch der Spalt am Arm des Roboters wird rötlich eingefärbt. Das Polieren und Reinigen erfolgt am Schluss. Fertig.
Mattglänzend aufgelegt kann sich Ginza wieder sehen lassen und von vielen interessierten Besuchern der Sparda-Bank eG im Kettelerschen Hof bewundert werden.






